Dry needling

Mit Dry needling werden Triggerpunkte (siehe auch bei «Triggertherapie/ Triggerpunkt- Behandlung») sehr gezielt gelöst. Bei dieser Methode wird mit einer dünnen Einweg- Akupunkturnadel in den Triggerpunkt hineingestochen. Dadurch wird, wie auch bei der manuellen Triggerpunkt- Behandlung, die Durchblutung lokal sehr präzise und aussergewöhnlich effizient gesteigert. Die verspannte Stelle wird mit Sauerstoff versorgt, der Triggerpunkt kann sich lösen und der Muskel entspannt.

Was macht der Therapeut beim Dry needling?

Dry needling bei der Physio-Station in Dietikon

Dry needling beschreibt, im weitesten Sinne, den Gebrauch von Nadeln zu therapeutischen Zwecken. Beim Dry needling sucht der Therapeut nach sogenannten Twitches (lokale Zuckungen) im Muskel. Dabei sticht der Therapeut, nachdem er die Haut desinfiziert hat, mit der Einweg- Akupunkturnadel direkt in den Triggerpunkt und sucht im Triggerpunkt die Stelle, wo im Muskel eine Kontraktion (lokale Muskelzuckung) ausgelöst wird.

Was bewirkt Dry needling?

Diese, durch den Einsatz der Nadel, hervorgerufenen lokalen Muskel- Kontraktionen (Twitches) bewirken eine Entspannung der Sarkomere und steigern zusätzlich die Durchblutung vor Ort. Zudem kommt es durch den Stich der Nadel zu einer Mikroverletzung von Haut und Gewebe. Dies hat zur Folge, dass ein Heilungsprozess in Gang gesetzt wird, was mit einer verstärkten Durchblutung einher geht. Somit ist Dry needling eine wirksame Ergänzung zur manuellen Triggerpunkt-Therapie, wenn man alleine damit noch nicht den erwünschten Erfolg hat. Dry needling wird häufig als unterstützende Massnahme in der manuellen Therapie, der Sportphysiotherapie wie auch bei der orthopädischen Rehabilitation eingesetzt.

Dry needling ist zwar ein sehr wirksames Mittel in der Behandlung von myofaszialen Schmerzen, sollte aber nicht als ausschliessliche Behandlungsmethode von chronischen und akuten Schmerzsituationen verstanden werden.

Wirksamkeit von Dry needling

Diese Therapieform wird in der Schweiz seit 1996 praktiziert. Studien haben gezeigt, dass der präzise gesetzte Stich in einen Triggerpunkt die Heilung ankurbelt – eine Injektion von Medikamenten ist dabei nicht notwendig. Denn es hat sich herausgestellt, dass nicht das Injektat über den Erfolg einer Behandlung des Triggerpunktes entscheidet, sondern der gezielte Stich in den Triggerpunkt. Auch wenn die Nadeln dieselben sind wie bei der Akupunktur, haben diese beiden Therapieformen darüber hinaus nichts gemeinsam. Triggerpunkte sind keine Akupunkturpunkte.

Die durch den Stich ausgelöste Zuckung des Triggerpunkts – auch Intramuskuläre Stimulation (IMS) genannt – kann im Moment als unangenehm empfunden werden, ist aber für eine erfolgreiche Behandlung essenziell.